Inspirierende Führung hält Mitarbeiter gesund

Wenn Chefs inspirieren und zu kreativem Denken anregen, sind Mitarbeiter gesünder, als wenn Führungskräfte einen Laissez-faire-Stil pflegen. Das ist das Ergebnis einer großen internationalen Studie, die ein Forscherteam der Universität Dresden durchführte.

93.576 Mitarbeiter online befragt

Die Diplompsychologin Ina Zwingmann forscht an der Technischen Universität Dresden zur Gesundheit in Unternehmen. Zusammen mit fünf Kollegen hat sie jetzt in der Zeitschrift für Personalforschung die Ergebnisse einer Studie zu Gesundheit und Führung veröffentlicht. Der Beitrag gewann den Best Paper Award der International Conference 2014 des Institute of Work Psychology an der Sheffield University Management School.

Die Forscher befragten online 93.576 Mitarbeiter eines großen internationalen Unternehmens. Sie sollten den Führungsstil ihres unmittelbaren Vorgesetzten einschätzen und angeben, wie gesund sie sich fühlten. Drei Führungsstile wurden untersucht:

• Tranformationale Führung. Die Chefin 1) verhält sich vorbildlich, 2) inspiriert durch Optimismus und Zielorientierung, 3) regt zum kreativen Denken an und 4) geht auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ein.

• Transaktionale Führung. Der Chef 1) spricht klar die Erwartungen aus, die er an die Mitarbeiter stellt, und 2) belohnt fair, wenn sie erfüllt werden.

• Laissez-faire-Führung. Der Chef vermeidet es, Entscheidungen zu treffen und ist nicht da, wenn man ihn braucht.

Gesund durch Inspiration und Belohnung

Transformationale Führung hält gesund. Es kam heraus, dass inspirierende Führung mit psychischer und physischer Gesundheit der Mitarbeiter einhergeht. Teams, in denen das anregende Führungsverhalten des Chefs ähnlich gesehen wird, haben eine besonders niedrige Krankheitsrate. Die Einstellung zur Macht verstärkt den Führungseffekt: In Ländern, in denen ungleiche Machtverteilung gutgeheißen wird, ist der Zusammenhang zwischen inspirierender Führung und Gesundheit besonders eng.

Transaktionale Führung hält gesund. Auch die Führung durch klare Ansagen und Belohnungen geht mit körperlicher und seelischer Gesundheit der Mitarbeiter einher.

Laissez-faire-Führung macht krank. Führung durch Abwesenheit ist hingegen mit Einbußen verbunden, was das Wohlbefinden und die körperliche Gesundheit angeht. Die Mitarbeiter berichten über mehr Kopfschmerzen und Müdigkeit, wenn sich der Chef nicht einbringt.